10 Dezember 2014

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchenmit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.

«Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her.
Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!»

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben.
- Als er sich zu mir umdrehte, sagte er:
«Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.» Ich denke immer noch an diese Worte ... sie haben mein Leben verändert.

Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. 
Ich setze mich auf meine Terrasse und geniesse die Landschaft, ohne auf das Unkraut im Garten zu achten.
Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinenFreunden und weniger Zeit bei der Arbeit.
Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.
Von jetzt an bewahre ich nichts mehr für später auf.
Ich benutze täglich meine Kristallgläser.
Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen.
Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe.

Sätze, wie z.B. «Eines Tages ...» oder «An einem dieser Tage …» werden aus meinem Vokabular verbannt. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hier und jetzt hören und machen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein «Morgen», das wir oft zu leicht nehmen).

Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.
Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangenwäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehrgesehen zu haben, mit denen ich mich «an einem dieserTage» in Verbindung hätte setzen wollen. Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben,die ich «an einem dieser Tage» schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr auf, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen kann. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde, jede Minute ist etwas Besonderes.

Dieses Tantra kommt aus Nordindien. Es enthält ein paar Botschaften, die der Seele gut tun.

(Quelle unbekannt)

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